Heidelbeer-Dekorzucker

Heidelbeeren - Bild: Katarzyna Matylla

Heidelbeeren – Bild: Katarzyna Matylla

Die Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), regional auch Blaubeere, Schwarzbeere, Mollbeere, Wildbeere, Waldbeere, Bickbeere, Zeckbeere, Moosbeere oder Heubeere genannt, ist eine Art aus der Gattung der Heidelbeeren (Vaccinium) in der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Das interessiert vermutlich nur die Pflanzenfreunde unter euch. Uns alle aber interessiert eines: Heidelbeeren sind lecker! Außerdem kann man eine Menge damit anstellen, z. B. könnt ihr daraus diesen wunderschönen Heidelbeer-Dekorzucker machen:

Zutaten:

  • 75 g Blaubeeren (gewaschen und verlesen bzw. aufgetaut)
  • 150 g Hagelzucker

Zubereitung:

Die Heidelbeeren pürieren und durch ein feines Sieb passieren. In einer sauberen Schüssel zügig mit dem Hagelzucker vermischen, auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und bei maximal 50°C und leicht geöffneter Ofenklappe (Kochlöffel hineinstecken) trocknen lassen. Sanft mit der flachen Hand »auseinanderrubbeln«, falls der Dekorzucker klumpt. In luftdicht schließende Schraubgläschen abfüllen – fertig! Der Heidelbeer-Dekorzucker schmückt den Zuckerguss auf Kuchen und Plätzchen.

Lokum

Turkish Delight - Bild: Chris Buttigieg

Turkish Delight – Bild: Chris Buttigieg

Zum Abschluss des heutigen Tages möchte ich euch noch mein Rezept für Lokum (auch: Turkish Delight) vorstellen. Lokum ist eine im gesamten Orient beliebte Süßigkeit auf Basis eines Sirups aus gelierter Stärke und Zucker. Es ist weich und klebrig, transparent gelblich oder auch farbig, dann meist rosa oder grün. Ihr könnt natürlich für euer Lokum jede Farbe wählen, die euch gefällt!

Zutaten:

  • 1 kg Rohrohrzucker
  • 1 l Wasser
  • 1 TL Zitronensaft
  • 150 g Speisestärke
  • 1 TL Weinsteinbackpulver
  • 2 EL Rosenwasser
  • natürliche rote Lebensmittelfarbe
  • Sonnenblumenöl zum Einölen der Form
  • Puderzucker oder Kokosnussraspel zum Bestäuben

Zubereitung:

Den Zucker zusammen mit 375 Milliliter Wasser und dem Zitronensaft in einen Topf geben. Auf kleiner Flamme rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Nun kurz aufkochen und dann auf mittlerer Flamme köcheln lassen, bis die Flüssigkeit eine sirupartige Konsistenz angenommen hat, und vom Herd nehmen. Dann 125 Gramm Speisestärke mit dem Weinsteinbackpulver und 250 Milliliter Wasser verrühren, das restliche Wasser in einem zweiten – großen! – Topf sprudelnd aufkochen und unter die Stärkemischung rühren. Die Flüssigkeit in den zweiten Topf geben und auf mittlerer Flamme unter ständigem Rühren köcheln lassen, bis sie eindickt und blubbernde Blasen wirft. Anschließend den anfangs zubereiteten, noch heißen, Sirup untermengen. Aufkochen und unter regelmäßigem Rühren rund anderthalb Stunden köcheln lassen, bis sich die Masse hellgold verfärbt. Jetzt zügig das Rosenwasser und so viel natürliche Lebensmittelfarbe untermengen, bis euch die Tönung gefällt. Sofort in eine dünn eingeölte Back- oder Auflaufform gießen und mindestens zwölf Stunden ruhen lassen, am besten über Nacht. Am nächsten Tag den Puderzucker oder die Kokosnussraspel mit der restlichen Stärke vermengen, das Lokum in kleine, mundgerechte Häppchen schneiden und in der Mischung wenden. Entweder sofort genießen oder bis zum Verzehr in einer Blechdose aufbewahren. Tipp: Ihr liebt die Abwechslung? Dann könnt ihr das Rosenwasser auch gegen Orangenblütenwasser oder Zitrusfrüchtesaft austauschen und nach Belieben gehackte Nüsse, Mandeln, Pistazien oder kandierte Früchte unter die Lokummasse rühren. Oder alles auf einmal – hier sind eurer Fantasie keine Grenzen gesteckt!

Teezucker

Vanilleschoten - Bild: privat

Vanilleschoten – Bild: privat

Eine charmante Geschenkidee ist dieser schnell gemachte Teezucker:

Zutaten:

  • 1 Vanilleschote (ausgekratztes Mark)
  • 4 TL Wasser
  • 100 g Haushaltszucker

Zubereitung:

Das ausgekratzte Mark der Vanille in einer sauberen Schüssel mit dem Zucker vermischen. Nach und nach das Wasser hinzufügen. Dabei bitte aufpassen: Der Zucker sollte feucht sein, sich aber nicht auflösen! In eine Silikonfigurenform füllen und gut andrücken. Mit einem angefeuchteten Finger über die Oberfläche streichen, damit der Boden ein wenig fester wird und die Figürchen beim Herausnehmen aus der Form nicht zerbröseln. An einem warmen Ort, z. B. auf der Heizung, über mehrere Tage trocknen lassen. Dann in kleine Zellophantütchen oder eine schöne Schachtel geben – fertig! Der Teezucker aromatisiert natürlich nicht nur Tee, sondern auch euren Lieblingskaffee! Einfach ein Stück Teezucker ins gewünschte Getränk geben, darin auflösen und genießen Tipp: Je runder die verwendeten Formen sind, desto einfacher lassen sich die Teezuckerfiguren nach dem Trocknen herauslösen.

Zuckercouleur

Zuckercouleur - Bild: privat

Zuckercouleur – Bild: privat

Achtung, vor dem Rezept wird es ein wenig theoretisch! Wer es eilig hat, darf gern direkt zu den Zutaten scrollen. Zuckercouleur ist eine durch Erhitzen von Stärke, Glukose oder Zucker (Karamellisierung) gewonnene, tiefbraune, wasserlösliche Substanz, die zum Färben von Lebensmitteln wie Malzbier, Whisky, Alcopops, Rum, Softdrinks, Marmeladen, Wurst, Fertigsoßen, Essig, Süßwaren, Brot u. v. a. m. verwendet wird.

Bei der industriellen Herstellung werden die Bräunungsreaktionen unter Verwendung von chemischen Reaktionsbeschleunigern kontrolliert durchgeführt. Auch ist möglich, dass die Couleur aus gentechnisch veränderten Pflanzen (z. B. Mais oder Zuckerrüben) gewonnen wurde. Es sind verschiedene Varianten im Handel: einfache Zuckerkulör (E 150a), Sulfitlaugen-Zuckerkulör (E 150 b), Ammoniak-Zuckerkulör (E 150 c), Ammonsulfit-Zuckerkulör (E 150 d). Die einfache Zuckercouleur gilt als unbedenklich und kann auch daheim zusammengeköchelt werden. Daher stellt sich mir die Frage, ob ich Zuckercouleur verwende, nicht: Einige meiner Küchenzaubereien sollen einfach einen schönen Braunton haben. Nur selbst gemacht muss sie sein!

Zutaten:

  • 1 Msp. Natron
  • 1/2 l heißes Wasser
  • 1 kg Zucker (Sorte nach Belieben)

Zubereitung:

Den Zucker unter ständigem Rühren auf mittlerer Flamme karamellisieren lassen, bis er flüssig und dunkelbraun wird. Dann das Natron hinzufügen und mit dem heißen Wasser ablöschen. Vorsicht, dabei spritzt und sprudelt es stark! Einige Minuten unter Rühren köcheln lassen, in saubere Flaschen abfüllen – fertig! Dunkel und kühl gelagert ist die Zuckercouleur beinah ewigig haltbar. PS: Ein Foto folgt!

Bunter Dekorzucker

Claude Boutets Farbkreise (1708) - Bild: Claude Boutet

Claude Boutets Farbkreise (1708) – Bild: Claude Boutet

Ich gestehe: Ich mag Lebensmittel, die die bunten Farbkreise eines Claude Boutet, Johannes Itten oder Johann Wolfgang von Goethe widerspiegeln. Zwar benötige ich Lebensmittelfarben nicht zwingend zum Kochen oder Backen. Dennoch sehen viele Leckereien bunt einfach noch appetitlicher aus. Bei meinen Recherchen habe ich schnell festgestellt, dass das EU-Bio-Logo bzw. das deutsche Bio-Siegel allein auf Glas, Dose oder Tütchen noch keine natürliche Lebensmittelfarbe macht. Das bedeutet nämlich nicht mehr (aber auch nicht weniger), als dass diese Produkte aus ökologisch kontrolliertem Anbau stammen, nicht gentechnisch verändert, ohne Einsatz konventioneller Pestizide, Kunstdünger oder Abwasserschlamm angebaut und nicht ionisierend bestrahlt (Teilchen- oder elektromagnetische Strahlung) wurden und weniger Lebensmittelzusatzstoffe als konventionelle Lebensmittel enthalten. Aha! Sie enthalten »weniger« Lebensmittelzusatzstoffe, verzichten also nicht ganz darauf.

Ich habe das rote Lebensmittelpuder eines großen Bio-Herstellers genauer unter die Lupe genommen. Die Inhaltsstoffe bestehen aus Kochsalz, E 124 a (Ponceau 4R) – E124 a ist ein künstlich hergestellter roter Azo-Farbstoff, der Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen und bei empfindlichen Personen jeden Alters zu Pseudoallergien in Form von Hautausschlag, Atemwegsbeschwerden oder verschwommenem Sehvermögen führen kann. Öhm … »Bio« ist das für mich nicht!

Wenn ihr keine Zeit oder Lust habt, eure eigenen Lebensmittelfarben herzustellen (rechtzeitig vor Ostern werde ich zu diesem Thema ein größeres Special online stellen), findet ihr natürliche Lebensmittelfarben ohne künstliche Farbstoffe in der Apotheke. Auch immer mehr Online-Shops für Hobbybäcker wie beispielsweise Mein Cupcake.de bieten sie an. Ich besorge meine Farben immer in der Apotheke, da ich dort gezielt nachhaken kann, wenn ich Fragen oder gar Zweifel habe. Mit diesen Farben mische ich dann ruhigen Gewissens meinen bunten Dekorzucker:

Zutaten:

  • natürliche Lebensmittelfarben
  • Haushaltszucker

Zubereitung:

Den Zucker in ein sauberes Schraubglas füllen und die Wunschfarbe nach Anleitung dosiert hinzufügen. Das Glas schließen, kräftig schütteln und so die Farbe gut verteilen. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech ausbreiten und bei maximal 50°C und leicht geöffneter Ofenklappe (Kochlöffel hineinstecken) trocknen lassen. Den bunten Zucker gegebenenfalls anschließend in der Küchenmaschine oder dem Mörser fein zermahlen. In luftdicht schließende Schraubgläser abfüllen – fertig! Der Dekorzucker eignet sich für alle Arten von Süßspeisen und Gebäck, zur Herstellung von Zuckerrändern an Cocktailgläsern sowie als hübsche Streusüße. Außerdem könnt ihr ihn natürlich auch verwenden, um meine Rezepte nachzuarbeiten. Viel Spaß beim Farbenspiel!

Chili-Zimt-Zucker

Paprika - Bild: Sara Hegewald /pixelio.de

Paprika – Bild: Sara Hegewald /pixelio.de

Wo wir gerade so schön beim Thema »scharf« sind, schiebe ich schnell noch mein Rezept für Chili-Zimt-Zucker hinterher. Schließlich sollt ihr euch hier ja nicht langweilen. Der aromatische Zucker schmeckt wunderbar in heißer Schokolade, als Gewürz in selbst gemachtem Eis und als Streusüße über gegrilltem Obst aller Art.

Zutaten:

  • 1 EL edelsüßes Paprikapulver
  • 1 EL rosenscharfes Paprikapulver
  • 1 EL Zimt
  • 6 getrocknete Chilischoten
  • 100 g brauner Rohrohrzucker

Zubereitung:

Alle Zutaten vermischen, in der Küchenmaschine oder dem Mörser fein mahlen und in luftdicht schließende Schraubgläschen füllen – fertig! Tipp: Abgepackt in kleine Reagenzgläser ist der Chili-Zimt-Zucker rund ums Jahr auch ein schönes Mitbringsel für Küchenfeen und Hobbyköche.

Scharfe Gewuerzmandeln

Chilischoten aus eigenem Anbau - Bild: privat

Chilischoten aus eigenem Anbau – Bild: privat

Diese scharfen Gewürzmandeln mit Chili überzeugen durch ihre fein abgestimmte Würze und sind ein tolles Geschenk für alle Chili-Freunde:

Zutaten:

  • 1 Prise Nelkenpulver
  • 1 Prise Muskatpulver
  • 1/2 TL Cayennepfeffer
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL Chilipulver
  • 2 EL brauner Vanillezucker
  • 3 EL Amaretto
  • 125 ml Wasser
  • 100 g brauner Rohrohrzucker
  • 200 g ungeschälte Mandeln

Zubereitung:

Nelkenpulver, Muskatpulver, Cayennepfeffer, Zimt, Chilipulver, Vanillezucker, Amaretto und Zucker zusammen mit dem Wasser in einer beschichteten Pfanne verrühren und kurz aufkochen lassen. Die Mandeln hinzufügen und unter Rühren auf mittlerer Flamme weiter köcheln lassen, bis das Wasser verdunstet ist und die Mandeln von einer schönen Zuckerschicht umhüllt sind. So lange weiter rühren, bis der Zucker karamellisiert und die Mandeln glänzen. Dann die Mandeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech schütten, mit zwei Gabeln auseinanderziehen und abkühlen lassen – fertig! Entweder sofort genießen oder in kleine Zellophantütchen abfüllen und verschenken.

Schoko-Chili-Mandeln

Schoko-Chili-Mandeln – Bild: privat

Schoko-Chili-Mandeln – Bild: privat

Die scharfen Schoko-Chili-Mandeln britzeln ordentlich auf der Zunge und sind nicht jedermanns Geschmack. Ich mag sie und stelle sie gern rund ums Jahr als abendliche Knabberei auf den Tisch. Hier ist das Rezept:

Zutaten:

  • 1 Prise Meersalz
  • 1 TL Chilipulver
  • 2 EL entöltes Kakaopulver (Backkako)
  • 2 EL brauner Vanillezucker
  • 125 ml Wasser
  • 100 g brauner Rohrohrzucker
  • 200 g ungeschälte Mandeln

Zubereitung:

Salz, Chilipulver, Kakaopulver, Vanillezucker und Zucker zusammen mit dem Wasser in einer beschichteten Pfanne verrühren und kurz aufkochen lassen. Die Mandeln hinzufügen und unter Rühren auf mittlerer Flamme weiter köcheln lassen, bis das Wasser verdunstet ist und die Mandeln von einer schönen Zuckerschicht umhüllt sind. So lange weiter rühren, bis der Zucker karamellisiert und die Mandeln glänzen. Dann die Mandeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech schütten, mit zwei Gabeln auseinanderziehen und abkühlen lassen – fertig! Entweder sofort genießen oder in kleine Zellophantütchen abfüllen und verschenken.